Editorial von Heft 5/6-2026

Überwachen & Strafen

Überwachen und Strafen – diese beiden Mittel dienen dazu, die Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft zu disziplinieren. Der französische Soziologe Michel Foucault hat das in seinem gleichnamigen Buch bereits vor 30 Jahren beschrieben. Im unserem neuen Heft gehen wir der Frage nach, wie die Methoden seither verfeinert und perfektioniert wurden.

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Überwachen und Strafen – diese beiden Mittel dienen dazu, die Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft zu konditionieren und zu disziplinieren. Der französische Soziologe Michel Foucault hat das vor mehr als 30 Jahren in seinem gleichnamigen Buch beschrieben und analysiert. Er zeigte am Beispiel des Gefängnisses, wie im sich herausbildenden Kapitalismus die Macht die Menschen sich untertan macht. Foucault verdeutlichte, wie die Macht Körper und Verhalten formt. Er zeigte, wie der Mensch zu einem trainierten, anpassungsfähigen, steuerbaren Subjekt wird.

Zentrale Mittel waren und sind dabei Rituale, Zeitpläne, Bewertungssysteme und Normen. Und: Wer sich der Norm widersetzt, wird nicht einfach bestraft, sondern abweichend etikettiert, überwacht und angepasst. An den von Foucault dargelegten Grundmechanismen hat sich nichts geändert. Nur die Methoden wurden verfeinert. Und es wurde perfektioniert, was der Soziologe als »Internalisierung der Macht« bezeichnete: Er sprach von der Mechanik der Macht, die zu den »feinsten Verzweigungen der Macht bis dorthin, wo sie an die Individuen rührt, ihre Körper ergreift, in ihre Gesten, ihre Einstellungen, ihre Diskurse, ihr Lernen, ihr alltägliches Leben eindringt«.

Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe greift das auf. Unsere Autoren zeigen, wie die Methoden der Macht perfektioniert und ausgeweitet werden. Was vor etwa 300 Jahren begann, ganz analog, wird nun mithilfe der digitalen Mittel und Werkzeuge fortgesetzt. Wie im Kapitalismus auch außenpolitisch Macht durchgesetzt wird, zeigt fast lehrbuchhaft der nackte US-Imperialismus unter Donald Trump. Auch das beleuchtet diese Ausgabe mit Beiträgen zu aktuellen Ereignissen.

Wir wünschen interessante Lesestunden.

Die Redaktion

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