Weltpolitik

Ein Trostpreis für Palästina

Ein Kommentar von MOSHÉ MACHOVER, 3. Dezember 2012 –

Die Aufwertung der Palästinensischen Autonomiebehörde zu einem „beobachtenden Nicht-Mitgliedstaat“ der UN ist größtenteils von symbolischer Bedeutung. Aber Symbole sind von einiger Wichtigkeit. Somit befindet sich Mahmoud Abbas in der erlauchten Gesellschaft von Joseph Aloisius Ratzinger, dem Herrscher eines anderen beobachtenden Nicht-Mitgliedstaates, der ebenfalls keine Truppen hat (wie Stalin einst betonte).

Das ist ein Trostpreis für den Prestigeverlust, den die autoritätslose Palästinensische Autonomiebehörde mit dem Prestigegewinn der Hamas erlitten hat, als diese bei dem jüngsten brutalen israelischen Angriff auf Gaza relativ gut weggekommen ist.  

Moshe Machover
Der Mathematiker, Philosoph und politische Aktivist Moshé Machover kommentiert für Hintergrund die Aufnahme Palästinas in die UN als Beobachterstaat. Machover lehrte als Professor sowohl an israelischen als auch an britischen Universitäten.

Aus diesem Grund haben die USA die von ihnen lancierte Opposition gegenüber der Aufwertung Palästinas abgemildert und erlaubten einigen ihrer Mitläufer, wie Deutschland und Großbritannien, sich zurückzuhalten. Nur die Zungen derer, die nicht vom Hintern der USA zu lösen sind – namentlich Kanada, die Tschechische Republik, Panama, die Marshallinseln, Mikronesien, Nauru und Palau (wer?) – schlossen sich den USA und Israel an und votierten mit „Nein“.

Die von den USA und Israel ausgesprochenen Drohungen, mit denen Abbas dafür hart abgestraft wird, weil er sich erdreistet hat, ohne Israels Erlaubnis zur UN zu gehen, sind vorwiegend theatralisch: Abbas und seine Clique ist viel zu wertvoll als Garant von Israels Sicherheit. Ein Großteil der an die Palästinensische Autonomiebehörde bezahlten amerikanischen Subventionen werden genutzt, um die Repressionsmaschinerie zu finanzieren, die den Widerstand der palästinensischen Massen gegen die israelische Okkupation lähmt.

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