Krieg in Nahost

Antisemitismus als pädagogische Herausforderung.

Am 8. Mai hielt unser Autor einen Vortrag zur Urteilsbildung und Selbstklärung in einem konflikthaften Diskursfeld bei der studentischen Fachschaft Angewandte Sozialwissenschaften der FH Köln. Er war bis zu seiner Emeritierung Professor für Interkulturelle Pädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Wir veröffentlichen den Vortrag in einer leicht überarbeiteten und ergänzten Fassung.

1716026005

Antisemitismus oder legitimer Protest: Die aktuellen Demonstrationen und andere Aktionen in Deutschland sorgen  immer wieder für Diskussionen.
Foto: conceptfoto.info, Lizenz: CC BY, Mehr Infos

Ein autobiographischer Zugang

Heute ist ein bemerkenswerter Jahrestag, der Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Schon in den Monaten vorher waren die letzten Häftlinge befreit worden, die noch in den Konzentrations­lagern geschmachtet hatten, soweit sie noch am Leben waren. Ende Januar 1945 war das Vernich­tungslager Auschwitz-Birkenau von der Sowjetarmee befreit worden. Was hat das mit unserem Thema zu tun? Dort waren über eine Million Menschen in der Todesindustrie ermordet worden, überwiegend Juden. Insgesamt sind sechs Millionen, die nach der „Rassentheorie“ als Juden galten, ums Leben gebracht worden. Das Nazi-Regime hatte die antisemitischen Vernichtungsfantasien bis zur mörderischen Konsequenz getrieben.

Ich bin 1945 fünf Jahre alt gewesen, natürlich ahnungslos in diesem Alter. Aber auch in den kom­menden Jahren habe ich nichts über die Shoa gehört. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern. Der Schulunterricht war unpolitisch. Die Shoa war ein Tabuthema. Auch bei den Pfadfindern waren die Nazi-Verbrechen kein Thema. So wuchsen wir in den Adenauer-Staat hinein. Erst als Student habe ich mehr und mehr über die Verfolgung der Juden und ihre industriell organisierte Vernichtung er­fahren. Meine Reaktion darauf, wenn ich mich recht erinnere: ungläubiges Entsetzen, Schuldgefühl – und Begeisterung für Israel. Den Sieg im Sechs-Tage-Krieg haben wir bejubelt. Begeistert haben wir „Hava Nagilah“ gesungen. Ich habe gern Klezmer-Musik gehört – habe mehrere CDs im Regal – oder auch die Platte von Zupfgeigenhansel mit jiddischen Liedern.

In den letzten Jahrzehnten wich dann mit dem Studium der Geschichte Israels die romantische Zuneigung einer kritischen Sichtweise, allmählich auch vermischt mit Abneigung oder gar Empö­rung, zuletzt über die israelische Kriegsführung in Gaza. Bin ich in der Gefahr, zum Antisemiten zu werden? Nein. Das hieße, Juden als Juden abzulehnen. Dafür schätze ich die jüdische Tradition zu sehr, und auch viele Jüdinnen und Juden, nicht nur solche, die ich aus der Literatur kenne. Zu einigen habe ich auch Kontakt. Aber es ist wichtig, dass ich mir meine Gefühle bewusst mache, damit ich sie rational kontrollieren kann – für Pädagoginnen und Pädagogen das A und O. Am Schluss komme ich darauf zurück.

Israelkritik als angeblicher Antisemitismus

Was über Jahrzehnte im Nahen Osten geschehen ist, die Vertreibung der Palästinenser, die Zerstö­rung von Dörfern, die rechtswidrige Besatzungspolitik, die regelmäßigen Strafaktionen in Gaza – all das wurde im Westen kommunikationsstrategisch abgeschirmt oder zugunsten Israels verharm­lost. Als das in der jüngsten Zeit kaum noch möglich war und mit zunehmender Konfliktverschär­fung nicht mehr recht verfing, brachten die Unterstützer Israels die Kritiker mit einer neuen Defi­nition von Antisemitismus zum Schweigen. Vor allem wollte man damit auch die Boykott-Kampagne BDS delegitimieren. Das erschwert die pädagogische Arbeit durch begriffliche Verunsi­cherung und durch politische Sanktionsdrohungen.1

Die 1998 ursprünglich zur Förderung des Gedenkens an den Holocaust gegründete International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) traf 2016 folgende „Arbeitsdefinition“: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutio­nen oder religiöse Einrichtungen.“2 Fragwürdig ist vor allem folgende Ergänzung, die sich für poli­tischen Missbrauch anbietet: „Erscheinungsformen von Antisemitismus können sich auch gegen den Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, richten.“ Das ist zu vieldeutig formu­liert, um als Beurteilungskriterium zu taugen.

Als antisemitisch bewertet die IHRA auch das „Bestreben, alle Juden kollektiv für Handlun­gen des Staates Israel verantwortlich zu machen“. Leider wird das aber in dem Maß begünstigt, in dem sich jüdische Organisationen in der Diaspora wie der Zentralrat der Juden in Deutschland vor­behaltlos an die Seite jeder israelischen Regierung stellen und selbst größte Kriegsverbrechen de­cken. Das erschwert die geforderte Differenzierung und erleichtert nicht gerade die pädagogische Aufklärungsarbeit. Dass Israel sich als jüdischer Staat versteht, und zwar mit dem Nationalstaats-gesetz von 2018 auch formell, erschwert an sich schon die Differenzierung. Wie soll man einem Jugendlichen arabischer Herkunft klar machen, dass er nicht alle Juden für die Politik der israeli­schen Regierung verantwortlich machen darf?

Seitdem das Bundeskabinett 2017 die Antisemitismus-Definition der IHRA für den Umgang mit dem Nahostkonflikt verpflichtend gemacht hat, erleben wir vor allem in letzter Zeit eine Verengung des Diskursraums und eine Unterdrückung propalästinensischer Proteste, die manchmal schon an die McCarthy-Ära erinnert.

Dabei haben mehrere hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 2021 in der sogenannten Jerusalemer Erklärung eine vernünftige Definition vereinbart: „Antisemitismus ist Diskriminierung, Vorurteil, Feindseligkeit oder Gewalt gegen Jüdinnen und Juden als Jüdinnen und Juden (oder jüdische Einrichtungen als jüdische).“ Die Autoren stellen auch klar, dass die Unterstützung der palästinensischen Forderung nach der uneingeschränkten Gewährung ihrer nationalen Rechte, ihrer bürgerlichen Rechte und Menschenrechte, nicht antisemitisch ist, weshalb auch die Kritik oder Ablehnung des Zionismus nicht antisemitisch ist. Ebenso wenig sind nach diesem Verständnis propalästinensische Kampagnen an sich antisemitisch. Zur möglichen Doppeldeutigkeit von Israelkritik später.

Theodor W. Adorno hatte Antisemitismus als „das Gerücht über die Juden“ ge­kennzeichnet – eine knappe, bündige Definition.3 In dem Wort Gerücht steckt das, was man heute Verschwörungsnarrativ nennt. Dies kann man, zusammen mit dem Konstrukt „die Juden“ als homo­gener Gruppe, als ein grundlegendes Indiz für Antisemitismus betrachten. Antisemitismus hat mit dem Rassismus die Homogenisierung einer Fremdgruppe gemeinsam. Gemeinsam ist beiden Ideo­logien auch die Ambivalenz des Fremdbilds. „Der Jude“ ist schwächlich und verschlagen, aber auch mächtig. Er ist ein kluger Zeitgenosse, aber eben auch zu klug, raffiniert. Jede Homogenisierung verlangt, dass man den anderen bestimmte Eigenschaften aufgrund ihrer Abstammung oder Kultur zuschreibt. Elementar für die Abkehr von einem solchen Gesellschaftsbild ist daher die Unterschei­dung zwischen Juden und Israelis und zwischen Israelis und Zionisten, zunächst ungeachtet dessen, dass es verschiedene zionistische Richtungen gibt. Entscheidend ist, dass man nicht kollektive Ei­genschaften zuschreibt, sondern sich an politischen Handlungsoptionen orientiert, anders gesagt, danach fragt: Welche Einstellungen haben die Leute?

Zur Geschichte des Antisemitismus

Der Antisemitismus hat seine Wurzeln in Europa, im christlichen Abendland. Das hat einerseits sei­ne Gründe in der Nähe des Christentums zum Judentum – das Alte Testament ist ja Bestandteil der Heiligen Schrift – und andererseits in der Feindschaft gegenüber den Juden als den Mördern des Gottessohns. Die Spott- und Hassdarstellungen an Kirchenfassaden belegen die Judenfeindschaft im christlichen Mittelalter.

Die Juden wurden Opfer des religiösen Wahns oder Aberglaubens und später mit dem Übergang zur bürgerlichen oder kapitalistischen Marktgesellschaft Opfer des Konkurrenzdenkens. Immer wieder kam im Mittelalter Pogromstimmung auf. Unter anderem verdächtigte man die Juden der rituellen Tötung von Kindern, der Hostienschändung und der Brunnenvergiftung. Als Mitte des 14. Jahrhun­derts die Pest ausbrach, beschuldigte man die Juden – eine typische Verschwörungserzählung.

Verschwörungserzählungen dienen immer auch der Welterklärung. Ebenso erklärte man sich später die nicht recht fassbaren Folgen der unsichtbaren Hand des Marktes, speziell der Kapitalbewegung, indem man sie den dunklen Machenschaften der Juden zuschrieb.

Aber, wie gesagt, man hatte im Bürgertum vor allem Bedenken, die Juden würden zu sehr erstarken. Die Bestrebungen um rechtliche Gleichstellung der Juden lösten in Deutschland im 18. Jahrhundert eine heftige Kontroverse aus. Die Einwände waren teils politischer und versteckt wirtschaftlicher, teils theologischer Art.4 Wir befinden uns damit in der Phase des Übergangs vom christlichen Anti­judaismus zum modernen Antisemitismus. Selbst in der Französischen Revolution schloss der Ver­fassungskonvent zunächst 1789 die Juden aus der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte aus. Erst 1791, im zweiten Jahr der Revolution, räumten die Revolutionäre fast einstimmig den Juden den Status eines gleichen und freien Citoyens ein.

In Deutschland erhielten die Juden erst nach der Reichsgründung von 1871 gleiche bürgerliche und politische Rechte. Aber das verstärkte antisemitische Ressentiments, vor allem in wirtschaftlichen Krisen. Neue völkische Verbände wurden die Propagandisten des Antisemitismus. Die Publikation von Houston Stuart Chamberlain „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts“ leitete 1899 mit der Ras­sentheorie ins 20. Jahrhundert über. Das Buch erlebte bis 1914 zwölf Auflagen, was den Einfluss auf das Denken des Bürgertums erahnen lässt.
Nach der Niederlage des deutschen Reichs im ersten Weltkrieg machten völkische Verbände die Juden dafür verantwortlich. 1919 waren „Die Protokolle der Weisen von Zion“ erschienen, in denen man über die jüdische Weltverschwörung belehrt wurde. In der Wirtschaftskrise fiel das auf frucht­baren Boden. Nach der Machtübergabe ging die NSDAP zügig an die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung.

Versuchten die Nazis zunächst durch eine diskriminierende Gesetzgebung, die Juden zur Emigration zu veranlassen [Entfernung der Juden und Jüdinnen aus dem Staatsdienst (1933), Entzug staatsbür­gerlicher Rechte (1935), schulische Segregation, Diskriminierung im Geschäftsleben], so bereiteten sie Ende der 1930er Jahre mit dem Zwangsverkauf von Unternehmen und Unternehmensanteilen und der Stigmatisierung mit dem Judenstern die „Endlösung“ vor. In allen Ländern Europas, die in den Herrschaftsbereich Nazi-Deutschlands geraten waren, wurden ab 1941 Juden aufgespürt und in die Vernichtungslager deportiert. Die Juden sahen sich ihrem Schicksal ausgeliefert. Auf der Konfe­renz von Evian im Juni 1938, an der zahlreiche Staaten und Hilfsorganisationen teilnahmen, hatte sich kein Staat zur Aufnahme von jüdischen Flüchtlingen bereit erklärt. Die USA, Großbritannien und die Schweiz sperrten ihre Grenzen.5

Verständlich, dass die Überlebenden des Holocaust hoffnungsvoll auf den neu entstehenden Staat Israel blickten, dass sich viele nur noch von einem eigenen Staat absolute Sicherheit versprachen. Sie ahnten nicht, wie viele Kriege und blutige Aufstände ihnen bevorstehen sollten.

1897 hatten die Teilnehmer am ersten Zionistischen Weltkongress in Basel das Streben nach einer „Heimstatt des jüdischen Volkes“ bekräftigt. Die Idee hatte ein Jahr vorher der österreichische Pu­blizist Theodor Herzl in dem Buch „Der Judenstaat“ entworfen. Sie erschien geradezu zwingend. Wie sollte man in einer Welt der Nationalstaaten die diskriminierte und immer wieder verfolgte Minderheit anders retten können als mit einem eigenen Nationalstaat? Auf der Suche nach einem Territorium gab der Traum der religiösen Zionisten von der Rückkehr zum Tempel in Jerusalem den Ausschlag. Der Zerfall des Osmanischen Reichs nach 1918 kam dem zionistischen Vorhaben entge­gen. Die britische Mandatsmacht für Palästina war dafür aufgeschlossen. Dreißig Jahre später, am 14. Mai 1948, proklamierte David Ben Gurion die Gründung des Staates Israel. Hier überschneiden sich jetzt die Erzählstränge, wenn wir wieder Deutschland, und zwar die Bundesrepublik, in den Blick nehmen.

Die Bundesrepublik und Israel

Ben Gurion, der Premierminister des neuen Staates, und Konrad Adenauer, der erste Bundeskanz­ler, der das international geächtete Westdeutschland regierte, vereinbarten einen Deal. Adenauer war sehr um eine Übereinkunft mit der israelischen Regierung bemüht; denn die Westintegration sollte nicht durch die vorherigen Verbrechen der Deutschen am jüdischen Volk behindert werden. Nach geschickten Verhandlungen stellte man 1952 den Staat Israel mit einer Globalzahlung von drei Milliarden DM zufrieden. Zusätzliche 450 Millionen DM gingen an die Jewish Claims Conference.6 Den Auschwitz-Häftlingen wurde per Gesetz eine bescheidene monatliche „Entschädigung“ gewährt. Das war quasi der „Persilschein“ für die Wiederaufnahme in die „freie Welt“.7 Es war aber auch eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Denn zugleich wurden regelmäßig Waffenlieferun­gen an Israel ausgehandelt. Ben Gurion nahm dafür die vielen Nazis im westdeutschen Establish­ment in Kauf.

Der prominenteste war Hans Globke, der Kommentator der NS-Rassengesetze. Er war als Staatsse­kretär im Kanzleramt die graue Eminenz der Bundesregierung. Dass Adenauer wie die meisten sei­ner Generation nicht frei von antisemitischen Vorstellungen war, illustriert folgendes Zitat von ihm: „Die Macht der Juden, auch heute noch, insbesondere in Amerika, soll man nicht unterschätzen. Und [sic!] habe ich (…) meine ganze Kraft drangesetzt, so gut es ging, eine Versöhnung herbeizu­führen zwischen dem jüdischen Volk und dem deutschen Volk.“ Die politische Klasse und der Jus­tizapparat Westdeutschlands waren von Nazis durchsetzt, darunter auch Verantwortliche für den Ho­locaust.8 Es gab ein Netzwerk von Alt-Nazis. Dass die CDU vielen hohe Positionen einräumte, das zeigen die Beispiele Hans Filbinger, MP von Baden-Württemberg, und Kurt G. Kiesinger, Bundes­kanzler.

Blinde Loyalität und Prinzipientreue haben heute die listig berechnende Politik des ersten Bundes­kanzlers abgelöst. Beide Haltungen begünstigen das Wegsehen oder Entschuldigen, wenn israeli­sche Regierungen das Völkerrecht brechen und Menschenrechte verletzen.

2008 erklärte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Knesset die Sicherheit Israels zur Staatsräson der Bundesrepublik. Folgenreich war dann 2017 die Übernahme der Antisemitis­mus-Definition der IHRA durch das Bundeskabi­nett. Allzu leicht kann man seitdem in Antisemitismus-Verdacht geraten. Ungeachtet der Kontrover­sen um die Definition von Antisemitismus, auch ungeachtet der inzwischen kaum noch zu überge­henden Kritik von UNO- und Menschenrechtsorganisationen an Israels Politik, ungeachtet der Kla­gen vor dem Internationalen Gerichtshof, wird nach wie vor ein israelbezogener Antisemitismus ge­ahndet. In den letzten Jahren hat eine maßlose Sanktionierung von Wissenschaftler und Künstler wegen dieses Vorwurfs um sich gegriffen, die selbst Jüdinnen und Juden nicht ver­schont. Literaturpreise wurden zurückgezogen, Raumverbote für Veranstaltungen verhängt usw.9 Das deutlichste Beispiel für den blinden Eifer, mit dem man inzwischen „Antisemitismus“ verfolgt, liefert die Verhinderung des Palästina-Kongresses im April 2024.10

Die hysterischen Reaktionen der Obrigkeit auf angeblichen Antisemitismus kann vielleicht nur die Ethnopsychoanalyse erklären. Dort nimmt man an, dass unbewusste Mechanismen der Konfliktbe­arbeitung nicht nur das Handeln von Individuen, sondern auch von Kollektiven bestimmen können. Die Psychoanalyse kennt vor allem zwei solcher Mechanismen: die Projektion und die Übertra­gung. Beide Mechanismen führen zu einer verzerrten Realitätswahrnehmung. Man kann eigene Schuld zur Entlastung auf andere projizieren, so die Annahme. Die Islamwissenschaftlerin Sarah El Bulbeisi, selbst palästinensischer Herkunft, hat 2020 mit dem Projektionsmechanismus die Stigmatisierung und Ausgrenzung der Palästinenser in Deutschland erklärt.11 Demnach neigen wir Deutschen dazu, die empfundene Schuld auf die Palästinenser zu projizieren. Übertragung meint, dass eine vergangene Konfliktkonstellation auf die heutige Situation übertragen wird. Wenn Befürwortern der BDS-Kampagne entgegengehalten wird, sie gleiche der Aufforderung der Nazis „Kauft nicht bei Juden“, dann wird mit dieser Übertragung die heutige Machtkonstellation völlig verkannt. Von uns ist also Wachsamkeit gegenüber solch unbewussten Mechanismen gefordert.

Dass neben solch unbewussten Motiven auch handfeste geopolitische Interessen von Bedeutung sind, darauf deutet die aufgeregte Unterdrückung der studentischen Proteste gegen die militärische Unterstützung Israels in den USA.12

Wer Kritik an Israel kurzerhand als Antisemitismus brandmarkt, muss alle Maßstäbe vergessen, die sonst allgemein gelten. Daher im Folgenden ein paar Einblicke in die Geschichte des Nahostkon­flikts als Klärungshilfe.

Vom Zionistenkongress bis zum Gazakrieg

Was wir jetzt an beiderseitigem Terror gegen die Zivilbevölkerung miterleben, das ist schon vor ein­hundert Jahren quasi vorprogrammiert gewesen. Aus dem Studium zionistischer Dokumente lässt sich schließen, und aus der Rückschau von heute wird das bekräftigt, dass die Zionisten von Anfang an die Kontrolle über ganz Palästina anstrebten. Die Moderaten unterschieden sich von den Radika­len oder „Revisionisten“ nur dadurch, dass sie nicht Großisrael zum Ziel hatten. Der frühe Aufbau einer schlagkräftigen Truppe verhalf den Israelis zu einer etappenweisen Erweiterung des bean­spruchten Territoriums. Dazu kam die rückhaltlose Unterstützung durch die westliche Allianz.

Die Zionisten, die Palästina zu besiedeln begannen, konnten nicht erwarten, dass die einheimische Bevölkerung die Landnahme einfach hinnehmen würde. Und sie erwarteten das auch nicht, wie Do­kumente belegen.13 Ich begnüge mich mit dem Hinweis auf wiederholte Unruhen unter der einhei­mischen arabischen Bevölkerung ab den 1920er Jahren und auf die Bildung jüdischer Milizen zur Gegenwehr in den 1930er Jahren. Die britische Mandatsmacht machte Vorschläge zur Lösung des Streits um Land. Eine Kommission schlug eine Zwei-Staaten-Lösung vor, eine andere einen binationalen Staat.

Mit der Gründung der Vereinten Nationen im Juni 1945 kam eine neue Instanz ins Spiel. Am 29. November 1947 beschloss oder empfahl die UNO-Generalversammlung, damals mit 58 Mitgliedern – die halbe Welt war noch kolonial beherrscht – nach dem Vorschlag eines Komitees die Teilung Palästi­nas in einen jüdischen und einen palästinensischen Staat. Jerusalem wurde unter internationale Ver­waltung gestellt. Um die demographischen Verhältnisse in dem neuen israelischen Staat zu ihren Gunsten zu verändern, begannen die Israelis eine militärische Operation gegen palästinensische Dörfer und Städte. 531 Dörfer wurden ausgelöscht. 750.000 Palästinenser wurden vertrieben oder ergriffen bis 1949 die Flucht, 15.000 kamen in dem Konflikt um. Das nennen die Palästinenser die „Nakba“, die Katastrophe.

Nach der Proklamation des Staates Israel entsandten fünf junge arabische Staaten Truppen. Aber das neue Israel war ihnen allein schon aufgrund ihrer Koordinationsschwierigkeiten militärisch überle­gen.14 Ende Oktober 1948 hatten die Israelis neue, teilweise besonders fruchtbare und strategisch wichtige Gebiete erobert, insgesamt 77 Prozent des früheren Mandatsgebiets. Nach dem Sechs-Ta­ge-Krieg 1967 okkupierte die israelische Armee dann noch die Westbank, die Golanhöhen, die Si­naihalbinsel und Gaza. In der Besetzung und völkerrechtswidrigen Besiedlung dieser Gebiete sehen kritische israelische Historiker den entscheidenden Wendepunkt hin zur Verschärfung des Konflikts mit den Palästinensern. Denn mit der Besiedlung wurde die restliche palästinensische Bevölkerung schrittweise auf Enklaven zurückgedrängt, ihre Mobilität extrem eingeschränkt. Alltägliche Schika­nen, Kollektivstrafen und Willkürmaßnahmen verstärkten die Repression.15 Ab 1987 lehnten sich die Palästinenser in der ersten Intifada gegen das Unrecht auf. Die Abkommen von Oslo sollten Mitte der 1990er Jahre die Lage beruhigen. Die PLO unter Arafat erkannte das Existenzrecht Israels an, bekam selbst aber nur eine Selbstverwaltung unter israelischer Oberhoheit zugestanden. In der Folgezeit scheiterten alle Verhandlungen über die Zweistaatlichkeit. Die Enttäuschung darüber stärkte die islamistischen Kräfte auf palästinensischer Seite. Israels Gegner war von nun an die Hamas. Die zweite Intifada beantwortete Israel 2003 mit dem Bau der Hunderte Kilometer langen Mauer auf palästinensischem Grund und Boden. Der Gazastreifen ist seit 2007, verwaltet von der Hamas, völlig abgeriegelt. Für Raketenangriffe und Störmanöver von dort revanchierte sich Israel ab 2008 regelmäßig mit Bombardements, die insgesamt weit über 10.000 Tote forderten. Der aktuelle Gazakrieg, mit dem Israel den brutalen Überfall der Hamas beantwortet und der zum alles vernichtenden Rachefeldzug mutiert ist, ist die konsequente Fortsetzung dieser Politik. Im Schatten dieses Kriegs setzen außerdem die Siedler in der Westbank, unterstützt von der israelischen Armee (IDF), ihre Landnahme fort.

Diese Geschichte, in der ein Volk, das über Jahrhunderte verfolgt war, sich in einem fremden Land einen Staat erkämpft und dabei ein anderes Volk vertreibt, kann man auch als Tragödie interpretie­ren. Die Tragödie im klassischen, antiken Sinn besteht darin, dass die Götter eine Konfliktkonstellation schaffen, in der die handelnden Menschen nur wenige Handlungsalternativen haben. Sie sind dem Verhängnis ausgeliefert, aber ihr Handeln ist nicht frei von Schuld. Die drei Götter, die hier am An­fang der Tragödie standen, das waren, könnte man sagen, der allgegenwärtige Antisemitismus in Europa, zweitens der Nationalismus und drittens der europäische Kolonialismus. Die letzten beiden ideologischen Praxen prägten das Denken der Zionisten.

Voraussetzung pädagogischer Arbeit: Geschichtskenntnis und Selbstklärung

Für die Behandlung eines so kontroversen Themas wie Nahostkonflikt und Antisemitismus sollte die Pädagogin oder der Pädagoge zwei Voraussetzungen mitbringen: einen guten Informationsstand und die Klärung des eigenen Standpunkts. Dabei meine ich nicht nur eine rationale Auseinanderset­zung, sondern das Hineinhören in die eigene Befindlichkeit. Es geht darum, widerstreitende Gefüh­le wahrzunehmen, auch den eventuellen Widerstreit zwischen Emotionalität und Vernunft.

Die Klärung des eigenen Standpunkts ist nicht leicht, schon allein deshalb, weil man nicht ohne Weiteres Darstellungen des Nahostkonflikts findet, die der Situation der Palästinenser gerecht wer­den. Bei den Publikationen, zu denen man als pädagogische Fachkraft verständlicherweise greift, ist das oft nicht gewährleistet. Im schlimmsten Fall fällt man auf Info-Material herein, das eindeutig propagandistisch ist.16

Aber wir müssen den Lernenden bei der pädagogischen Arbeit einen multiperspektivischen Zugang anbieten.17 Das heißt, wir müssen das Trauma der Palästinenser, von ihrem seit Jahrhunderten besiedelten Land vertrieben worden zu sein, ernst nehmen, ohne die ungeheuerliche Singularität des Holocaust und damit das jüdische Trauma zu negieren. Das Gefühl der Palästinenser, von aller Welt verraten zu sein, ähnelt spätestens seit Beginn des Gazakriegs dem der Juden in den 1930er und 40er Jahren.

Erzählungen von Betroffenen bieten einen guten Zugang.18 Sie stellen allerdings Momentaufnah­men dar, fördern zwar Empathie, sollten aber auch Fragen nach dem historischen Kontext anstoßen und in diesen Kontext eingebettet werden. Was hat zum Beispiel die zweite Intifada ausgelöst? Bildungsziel muss eine universalistische Einstellung sein. Unter anderem Jeff Halper, Sprecher des „Israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen“, hat in einem Zeitungsinterview für ein „Reframing“ des Nahost-Konflikts plädiert, weg von einseitigen Sichtweisen.19 Zitat: „Menschenrecht und Völkerrecht gebührt der absolute Vorrang.“ Die Konsequenz daraus heißt, dass man nicht mit zweierlei Maß messen darf. Widerstand gegen Unrecht und Missachtung darf nicht diskriminiert werden.

Wenn Jugendliche, vor allem Jugendliche aus Herkunftsländern im Nahen Osten, pauschalisierend über Juden urteilen,20 dann ist es wichtig zu zeigen, wie viele jüdische Intellektuelle und Aktivisten sich immer wieder gegen die Politik rechter Zionisten gewandt haben. Die Lernenden sollten erfahren, dass es äußerst kritische Stimmen dazu innerhalb Israels wie in der Diaspora gibt, dass es auch wiederholt Widerstand und Verweigerung in der Armee gegeben hat. Vielleicht haben manche von „Breaking the Silence“, einer Gruppe von IDF-Veteranen, gehört, die seit langem bemüht sind, die Schandtaten der Armee bekannt zu machen.

Auch wenn es stimmen sollte, dass die Mehrheit der israelischen Bevölkerung nicht nur die Vernichtung der Hamas, sondern auch die Vertreibung der noch verbliebenen Palästinenser wünscht – es gibt solche und solche. Es gibt z. B. junge Jüdinnen und Juden, die sich zeitweise in arabischen Dörfern auf der Westbank aufhalten, um die Einwohner vor Siedlergewalt zu schützen.

Auch wenn es stimmen sollte, dass die meisten jüdischen Organisationen weltweit Israel ungeachtet der Völkerrechtsbrüche und Menschenrechtsverletzungen unterstützen – es gibt solche und solche.

Manche Jugendliche werden wissen wollen, wann sie sich dem Antisemitismus-Vorwurf aussetzen. Manche sind vielleicht schon damit konfrontiert worden. Hilfreich ist hier die schon genannte Faustregel bei der Definition von Antisemitismus. Wer daran festhält, dass es die Juden nicht gibt, so wenig wie es die Araber, die Deutschen, die Türken, die Russen gibt, wer das in seinem Weltbild festhält, kann kaum ein Antisemit sein.

Wenn ein Jugendlicher wegen seiner jüdischen Herkunft beschimpft oder gar gemobbt werden soll­te, dann ist das für Pädagogen alarmierend. Dasselbe gilt bei der Diskriminierung eines Palästi­nensers oder einer Palästinenserin. Entrüstung darüber, Strafandrohungen oder Strafen sind pädago­gisch kontraproduktiv. Es gilt nach Motiven und Vorgeschichten zu fragen, beide Seiten anzuhö­ren, auf Mediation zu setzen. Wenn möglich sollte man den Nahostkonflikt zum Thema machen und intensiver behandeln, oder die europäische Judenverfolgung.

Für die pädagogische Aufarbeitung von Konflikten ist es wichtig, Attacken auf Jugendliche jüdischer Herkunft in ihrer möglichen Doppeldeutigkeit zu durchschauen. So klar sich eigentlich Antisemitismus von Antizionismus, einer nationalistischen Idee mit kolonialistischer Praxis unterscheiden lässt, so kann im Einzelfall doch die Verurteilung dieser Praxis „als Code benutzt werden“ um Juden als Juden an den Pranger zu stellen.21

Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist eine Sache. Daneben stellt sich für Juden, für Israelis und für die Palästinenser die Frage nach der Zukunft. Es ist äußerst schwierig, die Frage nach Zukunfts­perspektiven für Israelis und Palästinenser zu beantworten. Israel ist „ein Staat, der aus einem Kolo­nisationsprojekt… hervorgegangen ist und bis heute nicht erkennen lässt, ob, wann und wie er die­ses Projekt zum Abschluss bringen will“.22 Keine israelische Regierung hat bisher die territorialen Grenzen des Staates Israel bestimmt. Und noch jede hat die Zweistaatenlösung offen verweigert oder hintertrieben. Dennoch wird diese noch immer von der internationalen Gemeinschaft favori­siert. Allein schon aufgrund der Besiedlung des Westjordanlandes ist sie inzwischen kaum noch vorstellbar. Aber die Alternative, nämlich die Bildung eines Staates, der ganz Palästina umfasst und in dem Juden und Palästinenser gleichberechtigte Bürger wären, erscheint bei der beiderseitigen Feindseligkeit und Verbitterung auch utopisch, ist jedenfalls ein fernes Zukunftsprojekt. Beide Mo­delle zur Diskussion zu stellen, könnte aber Lernchancen bieten.

Ergebnis politischer Bildung muss die Einsicht sein, dass eine Politik der Stärke keine Sicherheits­ordnung begründen kann, weil die jeweils Schwachen meist stark genug sind, die Starken mit tödli­chen Attacken herauszufordern.

Ich habe auf den missionarischen Eifer hingewiesen, mit dem jedem Antisemitismusverdacht nach­gespürt wird. Das kann für pädagogische Fachkräfte, nicht nur für Lehrer, zum Problem wer­den. Aber man kann sich auf das Kontroversitätsgebot berufen, das Mitte der 1970er Jahre im sog. Beutelsbacher Konsens zum Grundsatz für politische Bildung erklärt worden ist,23 damals aus der Defensive heraus gegen die befürchtete hegemoniale Stellung linker Kräfte. Warum den Grundsatz nicht offensiv gegen die Verengung des Meinungskorridors wenden?

Fußnoten

1 TAZ v. 24.04.24: In Kreuzberg-Friedrichshain werden zwei Mädchenzentren nicht mehr gefördert, weil die Leite­rin privat für Palästina demonstriert hat. https://taz.de/Repression-propalaestinensischer-Proteste/!6003372/

4 Friedrich, Martin (1991): Vom christlichen Antijudaismus zum modernen Antisemitismus.

5 In der Schweiz fanden dank individueller Hilfsaktionen dann doch 30.000 Jüdinnen und Juden Schutz.

6 Später folgten viele finanzielle Hilfen, z. B. bei Aufbau der israelischen Nuklearindustrie, und Vergünstigungen beim Waffenkauf.

7 Persilschein nannte man bei der Entnazifizierung die Gefälligkeitsgutachten für NSDAP-Mitglieder.

8 Zu nennen sind z. B. Ernst Achenbach und Werner Best in der FDP von NRW. Beide waren an der Deportation der Juden im besetzten Frankreich beteiligt gewesen. Im hauptamtlichen Apparat der FDP NRW waren in den 1950er Jahren bis zu 90 Prozent ehemalige aktive NSDAP-Mitglieder.

9 Die VHS Heilbronn hat im März ihre Trägerschaft an einer Vortragsveranstaltung mit dem israelischen Historiker Moshe Zuckermann zurückgezogen, nachdem der von ihr befragte Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung ihm kein befriedigendes Zeugnis ausgestellt hatte.

10 Zunächst sperrte die Berliner Sparkasse auf höhere Weisung dem Verein Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost das Konto, nachdem es der Verein für die Buchung von Spenden für den Kongress zur Verfügung gestellt hatte. Ausländische Referenten, darunter der britische Arzt palästinensischer Herkunft Ghassan Abu Sitta und der griechische Ex-Minister Yanis Varoufakis, wurden mit Einreiseverbot belegt. Der Kongress selbst wurde kurz nach der Eröffnung von der Polizei abgebrochen, einige Teilnehmer:innen, darunter jüdische Aktivisten, wurden abgeführt.

11 El Bulbeisi, Sarah (2020). Tabu, Trauma und Identität. Subjektkonstruktionen von PalästinenserInnen in Deutsch­land und der Schweiz, 1960-2015. Bielefeld.

12 Michael Hudson: „Und ich konnte sehen, dass die Absicht von Anfang an darin bestand […] Israel als Grundlage für die Kontrolle der USA über das Öl im Nahen Osten zu nutzen“. https://seniora.org/politik-wirtschaft/israel/michael-hudson-gaza-der-strategische-imperativ-ania-k-video-vom-14-04-24

13 Mellenthin, Knut (2024): „Die Araber müssen Platz machen.“ Transferpläne. In: jW v. 02.04.24, S.12/13.

14 Die arabischen Einheiten standen teilweise noch unter dem Befehl britischer Kolonialoffiziere.

15 Zeugnisse dafür bei Ibrahim K. Lada’a (2024)

16 Die Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Neukölln hat jetzt für die Schulen eine Broschüre empfohlen, in der quasi die Position des israelischen Ministeriums für strategische Angelegenheiten wiedergegeben wird. Titel: „Mythos#Israel“. Dazu junge Welt v. 2. April 2024, S.2.

17 Brumlik, Micha/Krell, Gert (2022): Der neue Antisemitismusstreit, Teil 2: Vom Kampf um den Apartheidsbegriff zum BDS. In: Blätter f. dt. u. internat. Politik 6/22, S.113-122.

18 Zum Beispiel Lada’a, Ibrahim K. (2024): Arzt aus Jaffa. Geschichte eines palästinensischen Vertriebenen.

19 Halper, Jeff (2009): Deutschland war oft zu hilfreich; http://www.freitag.de/politik/0924-nahostkonflikt-israel-palaestina-halper-interview (13.4.2010)

20 Dazu Auernheimer, Georg (2024): Ein Reimport, kein Erbe. Importierter Antisemitismus? In: jW v. 05.03.24, S.12/13.

21 Bartels, Felix (2024): Wasser um den Stein. Postkoloniale Revision löst den Antisemitismus im Beliebigen auf. In: junge Welt v. 10.05.24, S.12/13, Zitat S.13.

22 Brumlik/Krell 2022.

23 Frech, Siegfried/Richter, Dagmar (Hrsg.) (2017): Der Beutelsbacher Konsens. Bedeutung, Wirkung, Kontroversen. Frankfurt/M.: Wochenschau Verlag.

Literaturempfehlungen

Auernheimer, Georg (2024): Ein Reimport, kein Erbe. Importierter Antisemitismus? In: jW v. 05.03.24, S.12/13.

Ders. (2024): Der Nahostkonflikt, eine Geschichte der Gewalt. In: Hintergrund H.5/6 2024

Ders. (2011): Antizionismus = Antisemitismus? Der Nahostkonflikt als pädagogische Herausforderung. In: Hentges, G. & Lösch, B. (Hrsg.): Die Vermessung der sozialen Welt. Wiesbaden: VS Verlag, S.253-270.

Brumlik, Micha/Krell, Gert (2022): Der neue Antisemitismusstreit, Teil 2: Vom Kampf um den Apartheids­begriff zum BDS. In: Blätter f. dt. u. internat. Politik 6/22, S.113-122.

Gorenberg, Gershom (2012): Israel schafft sich ab. Frankfurt/M.: Campus

Greive, Hermann (1988): Geschichte des modernen Antisemitismus. Darmstadt: WBG

Abo oder Einzelheft hier bestellen

Seit Juli 2023 erscheint das Nachrichtenmagazin Hintergrund nach dreijähriger Pause wieder als Print-Ausgabe. Und zwar alle zwei Monate.

Hintergrund abonnieren

Lada’a, Ibrahim K. (2024): Arzt aus Jaffa. Geschichte eines palästinensischen Vertriebenen. Verlag auf dem Ruffel.

Schüler-Springorum, Stefanie (2020): Antisemitismus und Antisemitismusforschung. Ein Überblick. In: Aus Politik u. Zeitgeschichte (ApuZ) Nr.26-27/20.

Newsletter

Wir senden keinen Spam! Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Der Hintergrund-Newsletter

Wir informieren künftig einmal in der Woche über neue Beiträge.

Wir senden keinen Spam! Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Drucken

Drucken

Teilen

Voriger Artikel Ungelöste Konflikte - verstetigte Probleme Warum die Welt vom Frieden weit entfernt ist